
- Enie van de Maiklokjes im Aquarium - Verlag/Autorin
Sach- und Fachbücher über Aquarien und ihre Bewohner gibt es viele. Humorvolle oder lustige Bücher darüber schon weniger. Persönliche Bekenntnisse und Gedanken zu dem nassen Hobby sind regelrecht rar. Besonders von Leuten, die in der Glitzerwelt der Medien arbeiten. Und dann auch noch von einer Frau! Der geneigte Leser und die Leserin muss wissen: Die meisten Aquarien sind fest in Männerhand. Ein neues Buch aus einer neuen Sparte: aquaristische Belletristik.
Entspannung vorm Aquarium
Die TV-Moderatorin Enie van de Meiklokjes taucht gerne ab und findet nach einem anstrengenden Arbeitstag im Fernsehstudio Ruhe und Entspannung vor ihren heimischen Aquarien. Davon gibt es vier in ihrer Berliner Wohnung. Seit vielen Jahren ist Enie passionierte Aquarianerin und hatte im Laufe dieser Zeit kuriose Erlebnisse mit ihren Pfleglingen. Lustige und skurrile Geschichten hat Enie van de Meiklokjes für ihr Erstlingswerk „Enies Aquariengeschichten“ launig, plaudernd und unterhaltsam aufgeschrieben.
Da turtelt der Kampffisch Fredd mit einer Berliner Stadttaube. Der Krebs Erwin reißt aus seiner Behausung aus – und findet sich Tage später in einem anderen feuchten Wohnungsterrain, sprich: Toilette, genauer unter der Klobürste – wieder. Platy Paul überlebt einen Hitzschlag in seinem Aquarium.
Ein Aquarienbuch auch, aber nicht nur für Kinder
Die Autorin erzählt heitere „Geschichten mit vielen (auch privaten) Bildern für alle Fischpfleger wie ich, aber auch für unqualifiziertes Pflegepersonal — und das alles ohne Fachchinesisch“. Da die Sprache verständlich ist, die Sätze kurz und die Lettern groß sind, eignet sich das Buch auch für Kinder zum Vor- und Selberlesen.
Mit Enie van de Meiklokjes schlägt der Verlag eine Brücke zwischen Unterhaltung und Wissenschaft im Verlagssortiment. Man darf gespannt sein, wie die Liebhaber von Charlotte Roches „Feuchtgebieten“ Enies Kapiteltitel „An der Blubberfront“, „Fredd, das Weichei“ oder „Meine nassen Pferdeträume“ goutieren werden.
Qualzuchten und gentechnisch veränderte Fische im Aquarium?
Das heitere Buch enthält mehr ernste Anteile, als man denken mag. „Tierpflege muss ganz oder gar nicht erfolgen“, so heißt auf Seite 17. Ein Appell an all jene Tierfreunde, die ihre „Lieblinge“ vor dem Urlaub irgendwo auf einer Autobahnraststätte angebunden zurücklassen. Bunte Gesellschaftsaquarien sind bei so genannten alten Hasen des Hobbys, selbst ernannten Gutmenschen und organisierten Bedenkerträgeraquarianern verpönt. Die Autorin bekennt sich zu Zuchtformen von Fischen. Eben, weil sie keine Zwergkaninchenstreichlerin ist, (S. 30 f.) und sogar Plastikdeko im Aquarium akzeptiert.
Die Idee für „Enies Aquariengeschichten“ entstand vor mehr als zwei Jahren, als Enie im Wassergarten des Verlages einige heitere aquaristische Anekdoten erzählte. Der Verlag, in dem das Buch erschienen ist, ist schon mehrfach durch innovative Ideen zur – manchmal in rauchigen Hinterzimmern und gammeligen Kellern dahin vegetierenden – Aquaristik aufgefallen. Und auch hier hat Verlagschef „Hajo“ der Aquarienfreundin Enie manchmal die Hand geführt.
Schade, dass Aquaristik in den darstellenden Medien nur ein Schattendasein führt. Man kann sich gut vorstellen, wie Enie diese Geschichten auf dem Bildschirm präsentiert. Auf jeden Fall eignen sich die gedruckten Aquariengeschichten durch Inhalt, Ausstattung und Preis prima als Geschenk und Mitbringsel für Gleichgesinnte. Und einen Mehrwert hat das Buch auch: In jedem Buch findet der Leser zwei Eintrittsgutscheine vom „SEA LIFE Deutschland“ im Wert von 10,- EUR - einzulösen bei allen „Sea Life“-Standorten in Deutschland.
Enie van de Meiklokjes: Enies Aquariengeschichten. Mehr als 150 Hochglanz-Farbfotos. Paperback. Format 17 × 21,5 cm. 189 Seiten. ISBN 978-3-89745-140-7.Tetra Verlag GmbH Berlin Velten. 14,90 Euro.
