
- Bitter: Moos-Fibel - Dähne Verlag Gmbh Ettlingen
Der Aquaristik-Buchmarkt schwächelt ein bisschen. Um so erfreulicher, dass der bekannte Dähne-Verlag, besonders mit Büchern über klar definierte aquaristische Themen, versucht, dem Trend entgegen zu wirken. In der verbreiteten Fibel-Reihe des Dähne-Verlags ist von Friedrich Bitter die Moos-Fibel erschienen. Nano-Aquarien sind ein Modetrend. Und ohne Moos ist in Nano-Aquarien nichts los. Nicht, dass die Nano-Aquaristik besonders teuer wäre, aber für kleine Aquarien und deren Bewohner wie Garnelen oder Zwergfische eignen sich kleine Pflanzen besonders gut.
Waren Moose früher in der Aquaristik eher zufälliger Bewuchs, wenn man vom sogenannten Javamoos – eine Sammelbezeichnung – als Substrat für laichende Fische absieht, ist die Zahl der aquaristisch genutzten Arten in den letzten Jahren stark gestiegen. Der Buchautor behandelt so gut wie alle in der Süßwasseraquaristik derzeitig verbreiteten Arten.
Lebermoose
- Monosolenium tenerum (fälschlich auch als Pellia Moos bezeichnet)
- Marchantia polymorpha (Brunnenlebermoos)
- Riccia fluitans (Flutendes Teichlebermoos, untergetauchtes Sternlebermoos)
- Riccardia chamaedryfolia (Buchtiges Riccardi-Moos, Korallenmoos, Mini-Pellia)
- Pellia endiviifolia (Kelch-Beckenmoos)
Laubmoose
- Fontinalis antipyretica (Quellmoos, englisch: Willow Moss)
- Fissidens fontanus (Phönixmoos, international: US-Fissidens, Phoenix Moss)
- Fissidens rivularis (Bach-Spaltzahnmoos, englisch. Creek Fontinalis
- Fissidens nobilis (Edles Spaltzahnmoos)
- Vesicularia dubyana (Javamoos, Singapurmoos)
- Vesicularia montagnei (international: Christmas Moss)
- Vesicularia cf. ferriei (Trauermoos, Hängendes Moos)
- Vesicularia reticulata
- Taxiphyllum barbieri (Bogor-Moos, fälschlich auch als Javamoos bezeichnet)
- Taxiphyllum sp. “Peacock”
- Taxiphyllum sp. “Spiky”
- Taxiphyllum cf. alternans (Taiwan-Moos)
- Taxiphyllum sp. “Flame moss” (Flammen-Moos)
- Leptodictum riparium (Ufermoos)
- Drepanocladus aduncus
Ein Moos, welches als Süßwassertang und allerlei sonstigen Fantasienamen in der aquaristischen Szene bezeichnet wird, ist keines und wird botanisch korrekt als ein Farn Lomariopsia lineata, exakt als dessen Vorkeim (Prothallium) vorgestellt. Für die Bestimmung der Arten hat Friedrich Bitter den Bryologen (Mooskundler) Prof. Dr. Jan-Peter Frahm vom Nees Institut für Biodiversität der Pflanzen von der Universität Bonn gewinnen können.
Moose in der Aquaristik – viel Praxis
Zu Beginn des Buches gibt es – einer Fibel entsprechend – eine nicht zu botanische Einleitung über die Pflanzengruppe der Moose, die es nicht nur aquaristisch zu entdecken gilt. Auch die Bedeutung der Moose in der Natur wird kurz erläutert. Da es dem Buchautor stets um die aquaristische Praxis geht, steht bei jedem vorgestellten Moos besonders die aquaristische Tauglichkeit und Pflege im Mittelpunkt. Mehrere Farbfotos zur jeder Art von Moos illustrieren eindrucksvoll die Schönheit dieser kleinen Pflanzen. Praxisbezogen ist auch das Kapitel, welches sich mit dem Aufbinden von Moosen beschäftigt. Fast alle aquaristisch genutzten Moose müssen nämlich auf eine besondere Art kultiviert werden. Sie werden nicht wie andere Sumpf- und Wasserpflanzen in den Bodengrund gepflanzt, sondern müssen auf geeignete Substrate aufgebunden werden, was schon das Titelbild zeigt. Mit dieser speziellen Kulturtechnik lassen sich kleine Nano-Aquarien, aber auch deutlich größere Aquarien ausschließlich mit Moosen gestalten. Dieses Aquascaping, also Gestalten von Gärten unter Wasser erinnert an die Kultur von Bonsai oder japanischen Landschaftsgärten. Einige eindrucksvolle Layouts von Aquarienlandschaften von Harald Schneider werden in dem Buch in Bild und Text vorgestellt.
Lohnt es sich, ein Buch nur über Moose im Aquarium zu kaufen?
Viele Aquarianer oder Leser glauben, im Internet gäbe es Informationen schließlich kostenlos, während Bücher Geld kosten. Dem Bildschirm-Leser entgeht allerdings das sinnliche Erlebnis Buch im Sessel oder Bett. Andererseits hat er hier gutes Beispiel für ein Buch mit solide recherchierten Informationen, was man von Fundstellen im Internet wahrlich nicht immer sagen kann. Eine Fibel, die zugleich ein lohnendes Beispiel für fundierte und praxisbezogene aquaristische Fachliteratur ist.
Friedrich Bitter: Moos-Fibel. Dekoratives Grün im Aquarium. Dähne Verlag Ettlingen 2009. Hardcover, 96 Seiten, 180 Farbfotos. Euro 14,80.
