Bambustee

Aufgussgetränk im Aufwind – Tee aus Bambus

Frühjahrssaustrieb von Phyllostachys-Bambus - Gerhard Ott
Frühjahrssaustrieb von Phyllostachys-Bambus - Gerhard Ott
Jedermann kennt Bambus. Sei es nun als Pflanze, als Gemüse oder als Bambusstecken um Pflanzen zu stützen. Nun auch noch Bambustee?

Bambus ist nicht eine bestimmte Pflanze. Es gibt viele Arten von Bambusgewächsen (Bambusoideae). Botanisch sind es Gräser. Ihre Halme sind schlank, verholzen und können verzweigen und wenige Dezimeter niedrig bleiben, aber auch baumhoch werden. Es gibt ungefähr 1500 bekannte Arten, allein etwa 500 in China.

Bambus ist vielseitig

Bambusse werden in Asien zu vielerlei Zwecken verwendet: Seife, Essig, Kohle, Parfüm, Fasern, Teppiche, Gerüste, ja sogar Fahrradrahmen wurden schon aus dem elastischen, zähen und nahezu unverwüstlichem Material hergestellt. Vom Chinesen oder aus dem Supermarkt bekannt: Junge Schösslinge des Bambusrohrs werden als Gemüse gegessen. Besonders die Gattungen Bambusa, Dendrocalamus und Phyllostachys sind für den Verzehr geeignet.

Bambustee in der Volksheilkunde Asiens

In der Volksheilkunde Asiens ist Bambus schon lange bekannt. In Asien ist die Grenze zwischen Lebensmittel und Heilkraut fließend. Asiaten rühmen die entwässernde sowie entschlackungs- und verdauungsfördernde Wirkung. Wegen des hohen Kieselsäure-Silizium-Gehalts sei ein Aufguss aus Bambusblättern außerdem gut für die Haut und stärke das Bindegewebe. Ferner soll Bambustee dazu beitragen, Heißhungerattacken und die Lust auf Süßigkeiten zu verringern. Bambusblätter enthalten kein Koffein oder – Thein ist chemisch so gut wie dasselbe – und ist daher auch für Kinder geeignet. Bambusaufgüsse sind durch die Inhaltsstoffe rein basisch und reizen die Mund- und Magenschleimhäute nicht. Auf jeden Fall löscht das Getränk den Durst.

Koreaner erforschen Bambustee

Seit 1994 gibt es in Korea an der National University in Seoul ein Forschungsprogramm. Die Wirkung als Nahrung oder Getränk genutzter Bambuspflanzen und vor allem der Blätter in der Heilkunde und Medizin wird an der Chonnam National University von einem Forschungsteam um Prof. Chung Hee-Jong untersucht. Dabei geht es vor allem um die antimikrobiellen, entgiftenden und zellschützenden Wirkungen. Nach diesen Untersuchungen beinhalten die jungen Bambusblätter sehr viel Vitamin C, Fruchtzucker und Kalium. Die Blätter haben wenig Kalorien und viel Eisen. Der Aufguss enthält vor allem Kohlenhydrate, Ballaststoffe, Proteine, Fette, Mineralstoffe und Vitamine. Angeblich soll der Tee helfen, Migräne vorzubeugen.

Zarte Frühlingsblätter für Bambustee

Für den Bambustee werden nur frische, ganz junge Blätter verwendet, die nur einige Wochen im Jahr von Hand geerntet werden können. Sie werden nur getrocknet und nicht fermentiert. Es handelt wohl vor allem um Sasa palmata und Sasa kurilensis, die zu Tee verarbeitet werden. Von Phyllostachys bissetii werden nicht nur Sprosse roh und gekocht verzehrt, sondern auch die zarten Frühlingsaustriebe eignen sich für einen Blattaufguss. Bambustee aus dem eigenen Garten wird wohl eher die Ausnahme bleiben, obwohl sich die genannten Bambusarten in der Gartenkultur als frostfest erwiesen haben. Die meisten Genießer werden den Tee fertig im Handel erwerben.

Zubereitung von Bambustee

Der Tee, der aus Bambusblättern gewonnen wird, hält langsam Einzug in Europa. Pro Tasse genügt etwa ein dreiviertel Gramm – das ist ungefähr ein Teelöffel – getrockneter Bambusblätter. Sie werden mit 80° bis 90°C heißem Wasser übergossen. Man kann die Blätter – wie auch bei schwarzem und grünem Tee üblich – etwa drei bis fünf Minuten ziehen lassen. Je nach Geschmack können die Bambusblätter auch bis zu zwölf Minuten ziehen. Ähnlich wie beim grünen, also nicht fermentierten Tee ist auch ein zweiter und dritter Aufguss möglich. Empfohlen wird bis zu einem Liter Bambustee täglich zu trinken. Er schmeckt auch ungezuckert und ist deshalb auch für Diabetiker geeignet. Das grüne Gold aus Korea ergibt einen goldig-gelben Aufguss.

Gerhard Ott, Annegret Ott

Gerhard Ott - Ott, Gerhard Manchmal genutztes Pseudonym: Perdurus Eus *11. Febr. 1954 in Walsum am Niederrhein, Studium Erziehungswissenschaften ...

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